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    Digitalisierung der Arztpraxis: An den Basics (und Fehlern) des Praxismanagements wird die Transformation nichts ändern

    Quelle: http://ow.ly/MlM930ed9wb

    Es gibt viele Szenarien, wie die Digitalisierung die Arbeit in Arztpraxen verändern wird. Ein Blick auf die heutige Realität der Praxisführung zeigt jedoch, dass die meisten Fiktion bleiben werden.

    Geringe Veränderungsbereitschaft in der Ärzteschaft

    Ein Grund, warum niedergelassene Ärzte so große Probleme haben, sich mit der Digitalisierung anzufreunden, ist ihre Annahme, dass sich die Praxisarbeit grundlegend verändern wird. Die Barrieren-Wirkung dieser Einschätzung ist fast noch größer als die Befürchtung, investieren zu müssen. Beispielhaft, aber repräsentativ zeigt das Resultat der Exploration „Ten years after“, dass gerade Wandlungsbereitschaft und Innovations-Geist nicht zu den Eigenschaften der meisten ambulant tätigen Ärzte zählen. So ergab sich bei der Untersuchung, dass die eingesetzten Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen des Praxismanagement über einen Zeitraum von zehn Jahren nahezu unverändert geblieben waren, während sich die Anforderungen der Patienten grundlegend gewandelt hatten.

    Drei Entwicklungslinien

    Wer sich einmal konkret mit der Implementierung digitaler Lösungen in Arztpraxen beschäftigt, erkennt schnell, dass diese nur einen geringen Einfluss auf die Art der Grundleistung und die Basics der Praxisführung haben werden. Auch unter dem Aspekt der Digitalisierung müssen wie heute Arbeits-, Informations- und Kommunikationsprozesse zum Zweck der Patientenversorgung bestmöglich organisiert werden. Vor diesem Hintergrund wird es drei Entwicklungslinien geben:

    (1) Praxisteams, die bereits Best Practice-ausgerichtet arbeiten, werden kaum Implementierungs-Probleme haben und von Beginn an von den Effizienz- und Produktivitäts-Vorteilen profitieren, die gleichzeitig zu einer Erhöhung der Versorgungsqualität führen.
    (2) Praxisbetriebe mit Praxismanagement-Problemen stehen vor der Wahl, diese umgehend zu beseitigen oder
    (3) ihren Arbeitsrahmen unverändert zu lassen und so den Digitalisierungs-Nutzen für sich und ihre Praxisbesucher nicht erschließen zu können.

    Digitalisierung als Pflichtübung

    Angesichts der Tatsache, dass die deutsche Durchschnitts-Praxis aktuell nur etwas mehr als die Hälfte des Best Practice-Standards der Praxisführung, d. h. derjenigen Vorkehrungen einsetzt, die einen reibungslosen Praxisbetrieb gewährleisten, wird deutlich, dass die Erwartungen an die Digitalisierungs-Effekte im niedergelassenen Bereich eher niedrig anzusetzen sind und dass viele der heute diskutierten Optionen reine Theorie bleiben, solange die Praxismanagement-Voraussetzungen in den Betrieben nicht geschaffen sind. Eine Transformation wird zudem vor allem eine „Pflichtübung“ sein, die in dem Umfang stattfindet, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Freiwillige Digitalisierungs-Aktivitäten sind nur von einem knappen Drittel der Ärzteschaft zu erwarten.

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