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Gesundheitswesen: Die Barrieren der Digitalisierung des ambulanten Bereichs und ihre Beseitigung
Quelle und weiterführende informationen: http://bit.ly/2iTtSwZ
Welche Barrieren die Digitalisierung im ambulanten Bereich gegenwärtig behindern und wie sie durch einen einfachen Marktmechanismus beseitigt werden.
„…wenn Sie für solche Spielereien Zeit haben, Herr Kollege…“
Dieser Kommentar eines Mediziners anläßlich einer Gruppendiskussion, in der ein Arzt beschrieb, wie er mittels einer Cloud-basierten Software-Lösung und anderer elektronischer Hilfen seinen Praxisalltag umstrukturiert hat, ist symptomatisch für die derzeitige Grundhaltung vieler Ärzte. Sie stehen den sich anbietenden neuen Optionen skeptisch bis ablehnend gegenüber und zeigen wenig Interesse, sich zumindest im Ansatz mit den Entwicklungen zur Unterstützung der eigenen Arbeit zu beschäftigen, ein Sachverhalt, den nicht nur die Anbieter digitaler Hilfen beklagen. In der öffentlichen Diskussion werden Gründe wie fehlende Vorkehrungen / Regelungen für die Datensicherheit oder Anwendungsstandards genannt, doch die eigentlichen Barrieren finden sich bei den Denk- und Verhaltensweisen der medizinischen Akteure:
Selbstüberschätzung
Bittet man Praxisinhaber im Rahmen von Patientenbefragung um eine parallele Einschätzung, wie ihre Patienten die Wichtigkeit der Untersuchungsmerkmale gewichten und welche Zufriedenheitswerte sie vergeben werden, liegen zwischen ihren Annahmen und der Realität meist Welten. Im Durchschnitt fällt die Überschätzung der Mediziner zu ihren Gunsten, wie die Ergebnisse von Valetudo Check-up©-Untersuchungen zeigen, um 37% höher aus als die tatsächlichen Werte. Vor diesem Hintergrund können Nutzen-Argumente für Digital-Lösungen, die auf Verbesserungsmöglichkeiten des Arbeitsalltages und der Patientenzufriedenheit abzielen, gar nicht greifen, denn für die Praxisinhaber existieren keine Probleme.
Unternehmerische Unprofessionalität
Die Tatsache, auch unternehmerisch tätig zu sein, weisen viele Mediziner weit von sich und beschäftigen sich deshalb nur wenig mit den Erfordernissen und Möglichkeiten. So verwundert es nicht, dass in Arztpraxen – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – im Mittel nur 53% der für ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt werden. Die negativen Auswirkungen dieser Grundhaltung spüren Medizinische Fachangestellte und Patienten täglich. Die Einstellung hat gleichzeitig Konsequenzen für die Digitalisierung, denn es existieren häufig weder Praxis-Strategien, in die entsprechende Lösungen eingebettet werden können, noch ein Grundverständnis für die Inhalte von Investition-Entscheidungen. Die aktuelle Diskussion über den elektronischen Arztbrief macht das besonders deutlich, denn es geht ausschließlich um einen Vergleich der Honorierung. Welche praxisinternen Effekte hierdurch entstehen können und wie diese auch monetär zu bewerten sind, bleibt außen vor.
Ebenso fehlt vielen Praxisinhabern das Verständnis für die Zusammenhänge des Praxismanagements. Wenn sie etwas verändern, drehen sie lediglich an einzelnen Stellrädern, die Effekte sind dementsprechend gering. Diese Sichtweise ist gleichzeitig eine schlechte Ausgangsbasis für eine sinnvolle Implementierung digitaler Hilfen.
Mangelnde Veränderungsbereitschaft
Ein Vergleich der im ambulanten Bereich eingesetzten Instrumente, Regelungen und Verhaltensweisen des Praxismanagements im Jahr 2004 und 2014 (Exploration „Ten Years After“) zeigte, dass in der genannten Zeitspanne so gut wie keine Veränderungen stattgefunden haben. Die eingangs beschriebene Selbstüberschätzung ist ein Grund hierfür, aber auch eine starke Fokussierung auf beeinträchtigende Einflüsse von außen, z. B. in Form der Bürokratisierung. Sie ist sicherlich ein Problem, wird aber von überdurchschnittlich erfolgreichen Praxen als Rahmenparameter entsprechend integriert. Ebenso werden Entwicklungstrends nicht gesehen, z. B. in Form veränderter Patientenanforderungen (Diskretion, Adhärenz, Hygiene, Service etc.). Beide Aspekte behindern massiv die Digital-Diffusion.
Wer sich verändert, profitiert
Sieht man auf der anderen Seite, mit welchem Engagement und welchem Erfolg die „Digital-minded Physicians“ agieren, wird deutlich, dass es mittelfristig zu einer ausgeprägten Zwei-Klassen-Gesellschaft der Ärzte kommen wird. Zwar stellt der initiale Implementierungs-Aufwand durchaus eine Belastung dar, wird aber durch die hieraus resultierenden Effekte bei weitem positiv überkompensiert. Hiervon profitieren nicht nur die Patienten durch eine intensivere Betreuung, sondern auch die Praxisteams durch eine verringerte Arbeitsbelastung.
Ausblick: Durch Marktdruck und positive Erfahrungen zur Veränderung
Arztpraxen, die ein derartiges Leistungspaket-Profil aufweisen, sind in regionalen Lagen mit hoher Konkurrenzintensität den Mitbewerbern deutlich überlegen und induzieren eine spürbare Veränderung der Patientenströme.
Diese Konstellation und die ebenfalls wachsenden digitalmedizinisch ausgerichteten Patientenanforderungen führen dazu, dass nun auch Teile der bislang analog-orientierten Praxisinhaber langsam in Richtung Digitalisierung umschwenken. Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine inzwischen breiter ausgebildete Erfahrungsbasis, auf die sie zurückgreifen können und ggf. durch Leitlinien und Standards, die ihnen Orientierung geben.



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