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Zukunfts-Entwicklung des Gesundheitswesens: Bei Haus- und Fachärzten dominieren die Bewahrer
Worum es geht
Nicht nur die Digitalisierung, sondern auch sich verändernde gesundheitspolitische Vorgaben und Patienten-Einstellungen erfordern bereits heute erste Veränderungen der Arbeitsweisen im Gesundheitswesen. Speziell niedergelassene Ärzte sehen das jedoch ganz anders.
Bei Haus- und Fachärzten nachgefragt
Eine Exploration unseres Instituts beschäftigt sich derzeit mit der grundsätzliche Veränderungsbereitschaft der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen. In einer ersten Serie werden Haus- und Fachärzte mit Hilfe der NPS-Methode u. a. gebeten, vor dem Hintergrund der eingangs geschilderten Prozesse anzugeben, wie groß sie die Notwendigkeit einschätzen, in diesem oder im nächsten Jahr Ihr Praxismanagement – von der Planung über die Patienten- und Personalführung und die Organisation bis hin zum Controlling – zu verändern.
Never change a running system
Für die ersten 130 Ärzte ergab sich ein NPS von -46,2%, d.h. die „Bewahrer“, d. h. diejenigen Praxisinhaber, die keine Veränderungen vornehmen wollen, übertrifft deutlich die Anzahl der Veränderer. Knapp 25% der Befragten waren unentschlossen. Bereits dieses erste Resultat verifiziert den Eindruck, den Beobachter der Gesundheitswirtschaft schon seit einiger Zeit äußern.
Ein System auf unsolider Basis
Ergänzt man das Ergebnis um die Tatsache, dass in deutschen Arztpraxen knapp die Hälfte der Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die in Praxisbetrieben eine reibungslos funktionierende Arbeit sicherstellen, gar nicht zum Einsatz kommen, wird deutlich, in welche Schieflage Praxis-Teams kommen können, die an Bestehendem festhalten.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Digitalisierung – von Standards wie der Telematikinfrastruktur abgesehen – eine individuell-unternehmerische Entscheidung ist, bei der bislang kaum auf Erfahrungen oder Orientierungen zurückgegriffen werden kann. Ärzte, die sich hierauf nicht rechtzeitig einstellen, werden später gezwungen sein, nur noch passiv reagieren zu können statt prospektiv und aktiv die notwendigen Veränderungen in Ruhe vorzubereiten.



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