Ein neues Implantat in der Schulterchirurgie ermöglicht nun eine bessere Stabilität bei
komplexen, verschobenen und mehrfachfrakturierten Brüchen des Schultergelenks. Dr. Leonidas Gusic, Chefarzt der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Krankenhaus Winsen, entwickelte das Implantat zusammen mit einer Ahrensburger Firma für Medizintechnik speziell für den Einsatz bei Brüchen des Tuberculum majus. Das Titan-Implantat namens tifix®-Tuberculum-Majus-Platte ist rund drei Millimeter dünn und an seiner
breitesten Stelle etwa 2,4 Zentimeter breit. Durch die im Verlauf breiter werdende Platte verteilt sie die biomechanischen Kräfte, die auf die Schulter wirken, besser, als die herkömmlichen Schraub- und Nahtsysteme. So und durch eine multidirektionale winkelstabile Verbindung zwischen Schraube und Platte wird eine höhere Stabilität im Frakturbereich erreicht. Patienten dürfen den Arm rund zwei Wochen nicht aktiv bewegen und die Nachbehandlung anschließend mit aktiv-assistiven und zunehmend aktiver werdenden Bewegungen fortführen. Nach rund 15 Monaten wird die Platte wieder entfernt, oder bei älteren Patienten auch im Körper belassen. Bereits vor vier Jahren entwickelte Dr. Leonidas Gusic die tifix®-Humerus-Plus-Platte zur Behandlung von Brüchen bei Osteoporose-Patienten oder Senioren, deren Knochensubstanz weicher ist.