Bundesfamilienministerium unterstützt Kinder und Eltern in schwierigen
Lebenslagen mit 177 Millionen Euro
Berlin/Köln, 5. November 2012. Frühe Hilfen – damit will der Bund Kindern
und Eltern in schwierigen Lebenslagen helfen. Denn nach Schätzung von
Experten sind etwa zehn bis 15 Prozent der Kinder in Deutschland von
schwierigen familiären Verhältnissen betroffen. Das Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird deshalb heute (Montag) gemeinsam
mit den Ländern die Bundesinitiative Frühe Hilfen starten.
„Wir müssen Eltern und ihren kleinen Kindern rechtzeitig und umgehend
helfen, wenn sie Unterstützung benötigen“, sagte die Bundesministerin für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, bei der
Auftaktveranstaltung der Bundesinitiative in Berlin. „Unser Ziel ist
deshalb, dass wir die schon vorhandenen Frühen Hilfen weiter etablieren
und ausbauen. Mit der Bundesinitiative schaffen wir jetzt die
strukturellen Voraussetzungen dafür, dass die Unterstützungsangebote bald
flächendeckend in allen Kommunen vorhanden sind.“
„Viele Länder und Kommunen haben bereits den Aufbau von Frühen Hilfen
vorangetrieben. Deshalb stehen auch wir Länder hinter der Bundesinitiative
Frühe Hilfen“, sagte Christine Clauß, Sächsische Staatsministerin für
Soziales und Verbraucherschutz. „Ich bin überzeugt, dass die
Bundesinitiative ein Erfolg wird, weil die Erfahrungen der Länder und
Kommunen in die nun vorliegenden Förderkonzepte eingeflossen sind. Die
Bundesinitiative knüpft nahtlos an die Strukturen eines jeden Landes an.“
In einer Verwaltungsvereinbarung haben Bund und Länder gemeinsam die
Fördergrundsätze für die Bundesinitiative zugrunde gelegt. Darin werden
die Voraussetzungen für die Vergabe der Mittel an die Kommunen geregelt,
um den Ausbau der bereits vorhandenen Angebote vor Ort zu erreichen.
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) begleitet die Bundesinitiative
als Kompetenzzentrum und Koordinierungsstelle des Bundes. Hier sind Wissen
und Erfahrung aus dem Gesundheitswesen und aus der Kinder- und Jugendhilfe
vereint: Denn Träger des NZFH sind die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA) und das Deutsche Jugendinstitut (DJI).
BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott betonte: „Belastete Familien
müssen frühzeitig von den Angeboten erreicht werden, damit so viel wie
möglich präventiv – also vorbeugend – getan werden kann. Wichtig ist es,
Ärztinnen und Ärzte in die Netzwerke einzubinden, Sie erkennen oft sehr
früh, welche Familien Unterstützung benötigen. Sie können dann über die
Netzwerke eine Verbindung zu passgenauen Angeboten, beispielsweise zu
Familienhebammen, herstellen.“
Die Bundesinitiative fördert den Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühe
Hilfen in Kommunen. Dazu gehört zum einen der Einsatz von
Netzwerkkoordinatoren sowie deren Qualifizierung. Sie sollen dafür sorgen,
dass die vielen guten Angebote – etwa der Schwangerenberatung, des
Gesundheitsbereichs und der Jugendhilfe – besser untereinander abgestimmt
werden. Zum zweiten wird der Einsatz von Familienhebammen und
vergleichbaren Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich gefördert. Sie
übernehmen die Lotsenfunktion von der Familie zu den Netzwerken. Zum
dritten werden Projekte gefördert, in denen ehrenamtliche Helferinnen und
Helfer Familien bei der Alltagsbewältigung unterstützen. Informationen zu
Angeboten Früher Hilfen gibt es in der Regel beim Jugend- bzw.
Gesundheitsamt.
Das Bundesfamilienministerium stellt den Ländern und Kommunen für die
Frühen Hilfen in den nächsten drei Jahren 177 Millionen Euro zur
Verfügung. Nach 2015 wird die Arbeit dauerhaft durch einen Fonds
unterstützt, für den der Bund jährlich 51 Millionen Euro bereitstellt. Das
NZFH wird in den nächsten drei Jahren den Fachaustausch und die Forschung
koordinieren. Ein Zwischenbericht mit ersten konkreten Empfehlungen für
die weitere Umsetzung Früher Hilfen soll dem Bundestag am 30. Juni 2014
vorgelegt werden.
Zum heutigen Start der Bundesinitiative diskutieren 300 Fachkräfte aus
Bund, Ländern und Kommunen über ihre Erfahrungen mit den Frühen Hilfen und
erarbeiten gemeinsam Grundlagen für das weitere Vorgehen.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.fruehehilfen.de [1] und
http://www.bmfsfj.de [2].
____________________________________
Kontakt:
Dr. Marita Völker-Albert
Pressesprecherin der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
51101 Köln
Tel. 0221-8992280
Fax: 0221-8992201
E-Mail: marita.voelker-albert@bzga.de [3]
http://www.bzga.de [4]
RSS-Feed: http://www.bzga.de/rss-presse.php [5]
Twitter: http://www.twitter.com/bzga_de [6]
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit
Links:
[1] http://www.fruehehilfen.de
[2] http://www.bmfsfj.de
[3] mailto:marita.voelker-albert@bzga.de
[4] http://www.bzga.de
[5] http://www.bzga.de/rss-presse.php
[6] http://www.twitter.com/bzga_de