Bislang ist die Beantwortung der Frage, mit welchem Praxismanagement-Prinzip der größten Erfolg erzielbar ist, zwischen zwei Eckpunkten angesiedelt: auf der einen Seite steht die unbedingte und umfassende Patientenorientierung, die zu einer hohen Patientenzufriedenheit und auch zu sehr guten Behandlungserfolgen führt, aber finanziell für Praxisinhaber nur bedingt tragfähig ist. Diesem Prinzip steht die Produktivitäts-optimierte Arztpraxis gegenüber, deren medizinische Erfolge im Fabrik-Charakter (Stichwort “Fließband-Betrieb”) untergehen. Die damit einhergehende, deutlich eingeschränkte Patientenzufriedenheit wird von den verantwortlichen Praxisinhabern aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgs billigend in Kauf genommen. Doch es gibt auch eine “Zwischenlösung”, die therapeutische und wirtschaftliche Optimierung vereinigt. Das Instrument heißt “Adhärenz-zentriertes Praxismanagement (AZP)”. Es basiert auf der Befähigung der Patienten zu einem aktiven, selbstverantwortlichen Umgang mit ihrer Erkrankung. Das geschieht in enger partnerschaftlicher Absprache mit dem behandelnden Arzt unter Einbeziehung seiner Kooperationspartner. Der Ansatz bietet AZP-Praxen im Vergleich zu Nicht-AZP-Praxisbetrieben eine ganze Reihe von Vorteilen, die such auch monetär auswirken. Man kann davon ausgehen, dass bislang aber erst knapp 15% der Arztpraxen, über alle Fachrichtungen betrachtet, diesen Ansatz bislang realisieren. Eine Stichproben-Sonderauswertung von AZP-Benchmarking-Praxisanalysen bei hauptsächlich konservativ tätigen Augenärzten zeigt, dass der Adhärenz-Ansatz bei ihnen bislang kaum Verwendung findet (die Anwendung bei chirurgisch spezialisierten Augenärzten ist ebenfalls nur unterdurchschnittlich ausgebildet). In den Fragebogen-gestützten Analysen wurden nicht nur Ärzte und Medizinische Fachangestellte nach den praktizierten Routinen und Verhaltensweisen ihrer Adhärenz-Förderung befragt, sondern auch die Patienten gebeten, ihre Anforderungen an eine Adhärenz-basierte Betreuung sowie ihre Zufriedenheit hiermit darzulegen. Die Abbildung fasst die Ergebnisse im Hinblick auf die von den Ärzten vermittelten Informationen zusammen. Ausgewiesen wird der Adherence Implementation Score (AIS), der die erreichte Zufriedenheit in Relation zu den Anforderungen (Optimum = 100%) zeigt. Deutlich wird, dass die Augenärzte über die Erkrankungen relativ intensiv informieren, obwohl die Informationstiefe aus Patientensicht deutlich größer sein sollte. Alle Begleitinformationen fallen jedoch deutlich niedriger aus, so dass insgesamt ein AIS von lediglich 25% realisiert wird
Quelle und Abbildung: http://ifabsthill.wordpress.com/2013/11/04/blind-fur-patientenanforderun... [1]
Links:
[1] http://ifabsthill.wordpress.com/2013/11/04/blind-fur-patientenanforderungen-geringe-adharenz-forderung-in-augenarztpraxen/